Abschied von Dr. Pepi Erben

Pepi Erben – Ski-Legende, Riesengebirgsautor, Ortschronist und langjähriger Heimatortsbetreuer von Pommerndorf

Der Heimatkreis Hohenelbe/Riesengebirge hat am 17. Oktober 2025 sein verdientes Mitglied Dr. Pepi Erben verloren.

Geboren wurde Pepi Erben am 18. Januar 1928 in Rennerbauden Nr. 106 im böhmischen Riesengebirge.
„Dort oben, in Rübezahls Reich, spielte für uns Kinder im Angesicht der Schneekoppe immer das Skifahren die erste Geige.“ – so beschrieb es Pepi Erben in seinem Lebenslauf und seine skisportlichen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten:
Teilnehmer an den Reichsjugendmeisterschaften 1942 in Spindelmühle, dreifacher Reichsjugendsieger 1943 in Garmisch-Partenkirchen usw.

Die Erfolge der sudetendeutschen Jugend im Skisport, die Erfolge in der Nachkriegszeit und die Entwicklung des Skisports in Deutschböhmen hat Pepi Erben in seinem Buch „Die skisportlichen Erfolge der Sudetenjugend 1939 – 1944 – Stolze Erinnerungen Band II“ ausführlich beschrieben.

Ab 1939 besuchte Pepi Erben die Bürgerschule in Hohenelbe, wechselte nach einem Jahr ins Hohenelber Gymnasium und bald darauf in die Eliteschule auf Schloss Lobkowitz bei Prag. Im letzten Kriegsjahr wurde er als Halbwüchsiger noch eingezogen.

Zusammen mit seinen beiden jüngeren Geschwistern, die durch den plötzlichen Tod der Mutter seit 1944 Halbwaisen waren, wurde Pepi Erben 1946 aus seiner sudetendeutschen Heimat vertrieben. Aus der sowjetisch besetzten Zone flüchtete er noch im selben Jahr in den Westen und holte alsbald seine Geschwister und seinen Vater nach. Bis 1989 lebte er in Bad Homburg. Die hessische Stadt im Hochtaunuskreis war auch die Anlaufstelle mehrerer Familien aus Pepis Heimatort und der Umgebung. Im Jahr 1949 absolvierte er hier das Abitur.


Glückliche Umstände machten es zudem möglich, in den Alpen Skirennen zu fahren – die Liste seiner Erfolge ist lang:
– 3. Platz bei den Deutschen Alpinen Meisterschaften im Winter 1950/51,
– Sprung in die Olympiamannschaft und Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1952 in Oslo,
– 1. Platz bei den Alpinen Schwarzwaldmeisterschaften im Winter 1953/54, – zweifacher Studentenweltmeister im Abfahrtslauf 1955 in Sarajevo/Jugoslawien und Sieger in vielen internationalen Skirennen.


Des Weiteren gewann Pepi Erben 16 hessische Meisterschaften, vier deutsche Flachlandmeisterschaften, zehn Schwarzwaldmeisterschaften, zwei schwäbische Meisterschaften,eine Bayerwaldmeisterschaft und drei Harzer Meisterschaften, außerdem neun deutsche und drei schweizerische Hochschulmeisterschaften.

Auch als Stuntman in Filmproduktionen war Pepi Erben gefragt und die abenteuerlichen Skiszenen mit ihm machten Furore.


Nach einem komplizierten Beinbruch beim Abfahrtslauf hängte Pepi Erben 1955 seine Rennlaufkarriere an den Nagel und begann ein Wirtschaftsstudium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach der Promotion zum Dr. rer. pol. in Graz war er als Direktionsassistent und Marketingmanager in einem Frankfurter Industriebetrieb tätig.

Zu einer weiteren Erfolgsgeschichte im Leben von Pepi Erben wurde das Tiefschneefahren. Im Winter 1967 hatte er begonnen, Flugreisen in Skigebiete zu organisieren, um auch entferntere Regionen schnell erreichen zu können. Die Resonanz war so überwältigend, dass er sein Hobby zum Beruf machte. Zusammen mit seiner aus Rennerbauden Nr. 105 stammenden Ehefrau Sieglinde gründete er die Firma AEROSKI, ein Unternehmen, das sich auf Skireisen mit dem Helikopter spezialisierte und welches sich schnell zum größten europäischen Reisevermittler für „Heli-Skiing Kanada“ (mit dem Helikopter zum Tiefschnee-Skifahren abseits der Pisten) entwickelte. Es wird heute in zweiter Generation von Sohn Veit erfolgreich geführt.


Nicht zuletzt sollen die großen Verdienste von Pepi Erben um seine geliebte Heimat Riesengebirge genannt werden.
Er gehörte dem Heimatkreis Hohenelbe seit 1987 als Mitglied an.

Im Jahr 2000 übernahm er das vakante Amt des Heimatortsbetreuers von Pommerndorf und füllte es alsbald mit Leben aus. In der „Riesengebirgsheimat“ veröffentlichte er zahlreiche Beiträge über die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner, unter anderem die Reihe „Aus dem Gedenkbuch von Oberlehrer Josef Fischer“. An den fünf Folgen mit dem Titel „Böhmen, dieses Land so schön vor allen – einst auch die Heimat der Sudetendeutschen“, hat er – nach seinen eigenen Worten – mit großer Freude gearbeitet.

Mit dem von Pepi Erben und seinem Jugendfreund Hans Adolf verfassten Ortsbuch „Die Riesengebirgsgemeinde Pommerndorf mit ihren Ortsteilen“, herausgegeben vom Heimatkreis Hohenelbe im Jahr 2000, wurde den nachfolgenden Generationen ein Stück der alten Heimat überliefert und für Pommerndorf ein „Denkmal der Erinnerungskultur“ gesetzt. „Denn was erst einmal vergessen ist oder nur lange genug totgeschwiegen wurde, hat für die Nachwelt auch nicht existiert!“, heißt es u. a. im Vorwort von Pepi Erben.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch, dass Pepi Erben vom ehemaligen Bundeskulturreferenten der Sudetendeutschen Landsmannschaft Reinfried Vogler mit einer „Urkunde für Leistungen des kulturellen sudetendeutschen Erbes“ ausgezeichnet wurde.


Gern nahm Pepi Erben zusammen mit seiner Frau Sieglinde und weiteren Pommerndorfern an den jährlichen Gemeindetreffen der Niederhofer Landsleute teil – das erste Mal 2007, das letzte Mal 2018.
Mit seinem umfangreichen Wissen über die Heimatorte und so mancher Anekdote aus der Jugendzeit bereicherte er die Zusammenkünfte.
Nicht fehlen durfte ein Ausflug in das „Bummerdärfla“.

Viele schöne gemeinsame Jahre sind Pepi und Sieglinde Erben noch in ihrer Wahlheimat Usingen im südhessischen Hochtaunuskreis beschert worden. Die beiden „Rennerbailer“ kannten sich von Kindesbeinen an und haben sich oft und gern über ihr Zuhause in den Rennerbauden unterhalten – in Rennerbauden-Mundart.

Dort oben, hoch in Rübezahls Reich – in heimatlicher Erde -, schließt sich der Lebenskreis von Dr. Pepi Erben.

„Dörflein du, auf grüne Matten, in die Berge rings verstreut.
Sonnengold und Waldesschatten weben dir ein Märchenkleid.
Von der weiten Welt geschieden in der Wiesen Blumenpracht,
hier im stillen Bergesfrieden bin ich an das Licht erwacht.  
Sehnsucht Deine Quellen läuten und von Liebe träumt der Wald,
will ein Plätzchen mir bereiten, wenn ich einstens müd und alt.“
(aus: „Mein Dörflein“ von Alfred Fischer)

Der Heimatkreis Hohenelbe/Riesengebirge wird seinem verdienten Mitglied Dr. Pepi Erben ein ehrendes Andenken bewahren.

Seiner Frau Sieglinde, mit der er 66 Jahre verheiratet war, seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln gilt unsere tiefe Anteilnahme.

         Christian Eichmann, Ehrenvorsitzender | Verena Schindler, 1. Vorsitzende

                                                                                                                         

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