Rochlitz an der Iser (Rokytnice nad Jizerou)

Rochlitz an der Iser wurde bereits Mitte des 16. Jahrhunderts besiedelt. Die Gründung geht auf das Jahr 1574 zurück.

Das 1902/1903 erbaute Rochlitzer Rathaus

„Rokytnice“ ist ein weit verbreiteter Flurname, welcher häufig zum Bach- und Ortsnamen wurde. Es gibt in der Tschechischen Republik insgesamt acht Orte mit diesem Namen.

Die Stadt wurde nach dem „Huťský“-Bach benannt, welcher ursprünglich „Rokytnice“ hieß; der Name wurde von „rokytná“ abgeleitet:
„Wasser, das zwischen Weiden fließt“.
> Weiterbildung des alttschechischen Worts „rokyta“:
„Ort oder Bach, an dem Weiden wachsen“. <

Der Hüttenbachfall in Rochlitz-Sahlenbach

Amtlich eingeführt wurde 1900 „Rochlitz an der Iser“; 1921 wurde auch „Rochlitz im Riesengebirge“ gebräuchlich, weil diese Bezeichnung werbewirksam die geografische Lage treffender wiedergibt.

Ebenso belegt ist ein alter evangelischer Name von Rochlitz – „Kalich“ (Kelch). Dieser ist auf Zeiten zurückzuführen, als Rochlitz vielen Angehörigen der protestantischen Kirche Zuflucht geboten hatte: Ab 1629 wanderten viele evangelische Glaubensflüchtlinge aus Arnau (Hostinné) zu; nach dem Dreißigjährigen Krieg war Rochlitz größtenteils protestantisch. Nach den statistischen Angaben aus dem Jahr 1651 gab es zu dieser Zeit keine Katholiken in Rochlitz.

Die ersten Bewohner des Hüttenbachtals förderten Kupfer, Blei und Silber sowie gewannen Holz.
Holz war wichtig zum Beheizen der Öfen für die Glasherstellung.

  • Bereits vor 1562 wurde in Rochlitz eine Glashütte gegründet.
  • Ab dem 18. Jahrhundert arbeiteten die meisten Rochlitzer in der Textilindustrie.
  • 1873 wurde eine Weberschule gegründet.
  • 1899 bekam Rochlitz einen Bahnhof an der Lokalbahn Starkenbach (Jilemnice) – Rochlitz. Dies trug zur Weiterentwicklung der Industrie bei.

Mittlerweile hat der Tourismus eine große Bedeutung – die Stadt ist ein beliebtes Sport- und Erholungszentrum, aber nicht so überlaufen wie andere Orte in der Gegend.

Der Ortsteil Berlín

Der Wintersport spielt in Rochlitz dabei eine große Rolle. Es gibt mehrere Skigebiete.

Die Stadtgrenze im Westen bildet die große Iser. Hier war auch die Sprachgrenze, in Pasek (Paseky) und Glasersdorf (Sklenařice) lebten ausschließlich Tschechen.

Ebenso fiel die südliche Stadtgrenze mit der Sprachgrenze zusammen: Jablonetz (Jablonec nad Jizerou) – hier lebte eine deutsche Minderheit -, Burschan (Buřany) sowie Ober-Duschnitz (Horní Dušnice).

Die östliche Stadtgrenze sind die Gebiete der Gemeinden Witkowitz (Vítkovice) und Friedrichstal (Bedřichov). Die Elbequelle liegt knapp außerhalb des Gebiets der Stadt Rochlitz.

Das Gebiet von Harrachsdorf (Harrachov) ist die nördliche Stadtgrenze.

Hoch über Rochlitz

Die Höhe von Rochlitz wird mit 520 m ü. NN angegeben.

  • der tiefste Punkt ist der an der Iser liegende Bahnhof mit 447 m ü. NN
  • der Platz vor dem Rathaus befindet sich 530 m ü. NN.
  • Ober-Rochlitz liegt auf 620 Höhenmetern
  • der höchste Punkt wird mit 1.417 m ü. NN. angegeben
    (Kreuzung des Wegs der „Tschechisch-Polnischen Freundschaft“ und des Wegs zur Elbequelle)

Rochlitz umfasst vier Katastergebiete
mit der jeweiligen Flächenangabe:

  • Nieder-Rochlitz (Dolní Rokytnice)
    wird mit 1.128 ha angegeben,
  • Ober-Rochlitz (Horní Rokytnice)
    mit 879 ha,
  • Franzental (Františkov)
    mit 272 ha und
  • Sahlenbach (Rokytno)
    mit 1.417 ha
Blick aus der Richtung des Sacherkamms auf Rochlitz
Top